Wenn die Server Admin Tools plötzlich streiken

So richtig warm bin ich mit der Server-Version von Mac OS X leider nie geworden. Der Versuch, ein vollwertiges Server-Betriebssystem unter die benutzer- und vor allem einsteigerfreundliche Oberfläche von Mac OS X zu verpacken, ist ja eine prima Idee und funktioniert soweit auch. Mit einem Klick ist ein neuer User eingerichtet und der VPN-Server läuft nach nur zwei weiteren. Wenn der mac-affine Chef einer kleinen Firma die alltäglichen Einstellungen selbst vornehmen kann, erspart das dem externen Admin viel Arbeit.

Soviel zur Theorie. Denn von der ersten Version an war Mac OS X Server ziemlich buggy. Ich hatte immer gehofft, daß sich das mit der Zeit bessern würde. Aber der heutige Tag fing damit an, daß ein neuer Mac mini Server direkt nach dem Auspacken schon während des automatisierten Konfigurationsdialogs anzeigte, daß die Konfiguration fehlgeschlagen sei. Der Versuch, die Logfiles dazu anzuzeigen, wurde mit einer Kernel Panic quittiert.

Nun ja, dann eben sauber neu installieren, ich wollte eh noch das RAID 1 konfigurieren. Nach dem Combo Update auf 10.6.7 funktionierten dann Server Admin und Workgroup Manager nicht mehr. Der Prozeß servermgrd lief zwar, aber lauschte laut netstat nicht auf Port 311. Falls das jemand auch unterkommen sollte, folgendes hat bei mir geholfen:

  1. Daemon beenden: sudo launchctl unload /System/Library/LaunchDaemons/com.apple.servermgrd.plist
  2. Preferences File löschen: sudo rm /Library/Preferences/com.apple.servermgrd.plist
  3. Mit Pacifist die Datei von der Install-DVD extrahieren und an die Stelle einsetzen
  4. sudo launchctl load /System/Library/LaunchDaemons/com.apple.servermgrd.plist oder neustarten

Fakt ist jedenfalls, daß der normale Freizeitadmin (für den Mac OS X Server aber wohl konzipiert ist) in der Situation den ganzen Server zu Apple zurückgeschickt hätte. Und mir ist da ein ehrliches Linux ohne GUI wesentlich lieber. Da ist zwar einiges wesentlich umständlicher und braucht etwas Erfahrung auf der Kommandozeile, aber man hat dafür die Kontrolle über das System. Und in vielen Jahren Linux-Administration ist es mir noch nie untergekommen, daß etwas einfach so von einer Minute auf die andere nicht mehr funktioniert. Außer ich habe was kaputtgemacht, aber dann darf ich mich nur über mich selbst ärgern.

Mal schauen, was mit Lion kommt. Die separate Server-Version wird ja abgeschafft und man kann die Serversoftware über den Appstore für ein paar Euro nachladen.

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